Schädigendes Verhalten

GLM und GLM-A Fortbildung

Grenzüberschreitendes und schädigendes Verhalten von Kindern und Jugendlichen verstehen und begleiten

Grenzverletzungen, Gewalt, sexualisierte Übergriffe, riskantes Verhalten oder Selbstschädigung wirken im pädagogischen Alltag oft wie „pure Provokation“. Für viele Fachkräfte lösen solche Verhaltensweisen Verunsicherung aus: Was ist hier eigentlich los? Wie soll ich angemessen reagieren? Und was hilft wirklich weiter — jenseits von Überforderung, Strafen oder Ausschluss?


Genau hier setzt diese Fortbildung an. Denn das Einordnen eines Verhaltens ist zwar ein wichtiger erster Schritt, doch die entscheidende Frage lautet: Was folgt danach?

Für Menschen aus den Bereichen:

Kita, Schule, OGS, Jugendhilfe, Beratung/Therapie, Strafvollzug und überall dort, wo Kinder/Jugendliche begleitet werden und Grenzverletzungen/Übergriffe/gewalttätiges oder selbstschädigendes Verhalten Thema sind.


Tagesablauf

Tagesablauf

  1. Ankommen & Einstieg

    • Begrüßung und kurze Vorstellung
    • Einstiegsfragen zur Gruppe und Erwartungsklärung
    • Gemeinsamer Rahmen: Offenheit, Schutz, Haltung und Selbstfürsorge

    2. Haltung und Grundidee

    • Positiven Blick auf schädliches Verhalten schärfen
    • Verhalten verstehen
    • Zentrale Idee: Alle Menschen streben nach einem guten Leben
    • Schädliches Verhalten als problematischer Versuch, Bedürfnisse zu erfüllen

    3. Verhalten verstehen

    • Der Eisberg: sichtbares Verhalten und verborgene Ursachen
    • Gefühle, Bedürfnisse und belastende Erfahrungen hinter Grenzverletzungen
    • Warum Gewalt oder Grenzverletzung kurzfristig „funktionieren“ kann
    • Langfristige Folgen: Beziehungsabbrüche, Schuld, Isolation, neue Konflikte

    4. Einführung ins Good Lives Model

    • Was ist ein gutes Leben?
    • Grundidee des GLM
    • Primäre Güter / Lebensziele
    • Unterschied zwischen Bedürfnissen und Wegen zur Bedürfniserfüllung
    • Gute Ziele – schädliche Wege – prosoziale Alternativen

    5. Mittagspause

    • 45 Minuten Pause

    6. GLM-A in der Praxis

    • Übertragung des GLM auf Kinder und Jugendliche
    • Schädliches Verhalten als Hinweis auf fehlende Ressourcen
    • Innere und äußere Hindernisse erkennen
    • Ressourcen, Fähigkeiten und Unterstützung ableiten

    7. Risiko- und Ressourcenblick

    • Risikofaktoren erkennen, ohne Kinder/Jugendliche darauf zu reduzieren
    • Schutzfaktoren und innere Ressourcen stärken
    • Zusammenhang von Bedürfnis, Risiko und Intervention
    • Was muss aufgebaut werden, damit Grenzverletzungen unwahrscheinlicher werden?

    8. Intervention und Fallarbeit

    • Fallbeispiele oder Praxissituationen gemeinsam bearbeiten
    • Konkrete nächste Handlungsschritte ableiten

    9. Emotionsregulation und Abschluss

    • Prozess- und Embodimentorientierte Psychologie als Methode zur Emotionsregulation
    • Techniken zur Selbstfürsorge
    • Wichtigste Erkenntnisse bündeln
    • Offene Fragen klären
    • Transfer in den eigenen Arbeitsalltag

(Einzel)Termine

Montag 17. August 2026

09:00 - 16:00 Uhr

Samstag 12. September 2026

09:00 - 16:00 Uhr

Montag 07. Dezember 2026

09:00 - 16:00 Uhr

Ausbildungsort

Praxis Kon*Sens
Muttergottesstiege 1
45721 Haltern am See

– gut erreichbar mit Bus und Bahn
– Parkmöglichkeiten vorhanden
(Achtung: teils kostenpflichtig)

Unterkünfte:In der Umgebung sind Unterkunftsmöglichkeiten vorhanden. Wir unterstützen bei Bedarf gerne bei der Suche.

Grundlage

Perspektivwechsel
Diese Fortbildung lädt dazu ein, grenzüberschreitendes und schädigendes Verhalten nicht nur zu bewerten, sondern besser zu verstehen. Dabei geht es nicht darum, Verhalten zu entschuldigen, sondern es fachlich einzuordnen, Verantwortung klar zu benennen und tragfähige pädagogische Wege im Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu entwickeln.


Theoretische Grundlage
Auf Grundlage des Good-Lives-Models und Impulsen aus der Positiven Psychologie wird der Blick weg von einer reinen Defizitperspektive hin zu Ressourcen, Bedürfnissen, Lebenszielen und Veränderungsmöglichkeiten gelenkt. Der Ansatz ist stärkenorientiert, beziehungsbasiert und lebensweltnah. Er unterstützt Fachkräfte dabei, Kinder und Jugendliche klar zu begleiten und gleichzeitig Veränderungsmotivation zu fördern. Ebenso fließen spannende Grundlagen zur Emotionsregulation und  der Kohärenztherapie mit ein.


Systemischer Blick
Kinder und Jugendliche werden dabei nie losgelöst von ihrem Umfeld betrachtet. Bezugspersonen und Fachkräfte spielen eine wichtige Rolle, denn sie sind oft zentrale Vertrauens- und Entwicklungsbegleiter*innen. Deshalb nimmt die Fortbildung auch Beziehungen, Dynamiken und unterstützende Systeme in den Blick.

Methoden & Material

Methoden
Die Fortbildung ist praxisnah, interaktiv und selbsterfahrungsorientiert aufgebaut. Die Teilnehmenden setzen sich mit eigenen Werten, Bedürfnissen, Stärken, Hemmnissen und Ressourcen auseinander und lernen Methoden kennen, die direkt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden können. Viele Übungen werden unmittelbar erprobt, reflektiert und auf den pädagogischen Alltag übertragen.


Praxisbezug
Fallbetrachtungen und konkrete Ansätze zur Intervention und pädagogischen Begleitung erleichtern den Transfer in die eigene Praxis. So entstehen Handlungsoptionen, die klar, ressourcenorientiert und im Alltag umsetzbar sind.


Materialien
Die Teilnehmenden erhalten direkt einsetzbare Arbeitsmaterialien und erlebnisorientierte Methoden für verschiedene Altersgruppen von Kindergartenkindern bis Jugendlichen.

Kostenübersicht

Preis: 199 €

In der Weiterbildung enthalten sind Getränke (Wasser, Kaffee, Tee), Obst und Nervennahrung.


Förderfähig:
Kommst du aus NRW kannst du mit einem Bildungscheck 2.0 50%der Kosten bzw. max. 500 €zurückerstattet bekommen.

Deine Referent*innen

Tim Berkels

Sexualpädagoge (gsp)

Fachkraft für Kriminalprävention, ASAT Co-Trainer, Sexualberater, Autor


Lernziele

Teilnehmende können am Ende der Fortbildung…


  • …Verhalten einordnen undBedürfnis erkennen.

  • … pädagogische Interventionenableiten und motiviert intervenieren.

  • … Einzel- oder Gruppenangebote konzipieren und Kindern- und Jugendlichen nachhaltig auf einen prosozialen Pfad begleiten.


Abschluss

Teilnahmebestätigung

Nach Abschluss erhältst du eine Teilnahmbescheinung über die Inhalte und Dauer der Fortbildung.

Material

Im Anschluss erhältst du eine kleine Auswahl an Arbeitsmaterialien sowie ein Handout.

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